Innovative Ansätze für Netzstabilität, Speicher und regulatorische Rahmenbedingungen im Fokus
Am 20. Mai 2026 fand in Wien das Seminar „Flexibilitäten im Strommarkt“ statt. Die Veranstaltung bot eine Plattform für Expert:innen aus Energiewirtschaft, Netzbetrieb und Regulierung, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für die Integration von Flexibilitäten in das Stromsystem zu diskutieren. Die Vorträge spannten einen Bogen von regulatorischen Neuerungen über technische Innovationen bis hin zu wirtschaftlichen Geschäftsmodellen – und zeigten auf, wie Österreich die Energiewende durch intelligente Netznutzung, Speicherlösungen und neue Marktmechanismen vorantreibt. Mit über 56.400 km Stromleitungen und einer installierten PV-Leistung von 2.045 MW (Stand April 2026) steht Netz NÖ vor der Herausforderung, die stark steigende Nachfrage nach Netzanschlüssen – insbesondere für Batteriespeicher (aktuell Anfragen für 6.000 MW) und Rechenzentren (1.800 MW) – zu bewältigen. „Aber auch in fast allen anderen Sektoren gibt es Herausforderungen, wo genau bei solchen Events mit intensiven, konstruktiven Diskussionen Lösungen gefunden werden können“, so der Programmchef Martin Seidl von der connesso energy GmbH.
Fazit: Flexibilität als Treiber der Energiewende
Das Seminar zeigte: Flexibilitäten sind eine Notwendigkeit, um die Energiewende in Österreich erfolgreich zu gestalten. Die kombinierte Nutzung von Speichern, flexiblen Netzanschlüssen, V2G und marktgestützten Mechanismen bietet enorme Potenziale für:
- Netzstabilität (Vermeidung von Engpässen und Blackouts).
- Kosteneffizienz (Reduktion von Netzausbaukosten durch intelligente Steuerung).
- Marktintegration (neue Geschäftsmodelle für Prosumer, Aggregatoren und Speicherbetreiber).
- Klimaneutralität (Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien).
Lukas Pawek, Veranstalter der Energie-Events schließt mit: „Es zeigt sich, dass noch viel zu tun ist und solche verbindenden Veranstaltungen, die alle Bereiche der Energiebranche einbeziehen, uns dem Ziel echter Energie-Unabhängigkeit weiterbringen. Wir als Eventagentur mit der Spezialisierung auf die Energiewende stehen bereit. Am 3. Juni geht’s thematisch deshalb gleich weiter mit einer immer größer werdenden Herausforderung – Wie man für Kraftwerksprojekte noch Netzkapazitäten findet (https://www.energie-events.at/event/seminar-netzanschluss-konzeption-technische-planung-2026/)“.
Über das Event
Die Programmgestaltung erfolgte durch Martin Seidl und wurde von Energie-Events organisiert und den Verbänden Kleinwasserkraft Österreich und Bundesverband Photovoltaik Austria als Kooperationspartner ermöglicht. Vortragende: Martin Seidl connesso, Elena Reisert E-Bridge, Gerald Kalt E-Control, Christoph Maier Netz NÖ, Klara Maggauer AIT, Martin Ursprung APG und Kurt Leonhartsberger (IMPEECT). Weitere Informationen zu den einzelnen Vorträgen: https://www.energie-events.at/presseaussendung-21-mai-2026-flexibilitaeten-im-strommarkt/#sessionfazits

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Lukas Pawek Energie-Events +4368181323865 (nur Anrufe) presse@energie-events.at Die nächsten Seminare: www.Energie-Events.at
Fazit der einzelnen Sessions
- Rechtliche Aspekte: Flexibilitäten im neuen EIWG-Rahmen
connesso energy GmbH (vertreten durch Martin Seidl) beleuchtete die rechtlichen Grundlagen für Flexibilitäten im neuen EIWG. Zentrale Punkte:
- Last- und Einspeisesteuerung
- Ansteuerbarkeit
- Einsatzmöglichkeiten von Speichern
- Spitzenkappung
- Flexibler Netzzugang
- Flexibilitätsleistungen
2. Netzstabilität durch Flexibilität: Praxisbeispiele und technische Lösungen
Flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCA) als Brückentechnologie
Elena Reisert (E-Bridge Consulting) präsentierte in ihrem Beitrag „Flexible Netzanschlussvereinbarungen“ Lösungsansätze für die wachsende Nachfrage nach Netzanschlüssen bei begrenzter Kapazität. FCAs ermöglichen es, temporär oder dauerhaft flexible Betriebsbedingungen für Erzeuger, Verbraucher und Speicher zu vereinbaren
Reisert hob hervor, dass FCAs Netzausbaukosten sparen und gleichzeitig mehr Anlagen in engpassbehafteten Gebieten ermöglichen. In Österreich wurden FCAs Ende 2025 im EIWG verankert und sind ein zentrales Instrument, um den Anschlussdruck durch PV, Wind, Speicher und Rechenzentren zu bewältigen.
3. Regulatorische Rahmenbedingungen: Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (EIWG) als Gamechanger
Gerald Kalt (E-Control) erläuterte in seinem Vortrag „Neuer regulatorischer Rahmen für Flexibilität unter dem ElWG“ die zentralen Neuerungen des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (EIWG), das seit Dezember 2025 großteils in Kraft ist. Im Mittelpunkt stehen:
- Systemdienlicher Betrieb
- Flexible Netznutzungsentgelte
- Standardisierte Messkonzepte für Hybridanlagen und Speicher
- Verteilernetzentwicklungspläne (V-NEP)
- Marktgestütztes Engpassmanagement
4. Flexibilitäten aus Sicht eines Verteilernetzbetreibers
Christoph Maier (Netz Niederösterreich, EVN Gruppe) gab Einblicke in die praktische Umsetzung von Flexibilitätsmanagement im Verteilernetz. Mit über 56.400 km Stromleitungen und einer installierten PV-Leistung von 2.045 MW (Stand April 2026) steht Netz NÖ vor der Herausforderung, die stark steigende Nachfrage nach Netzanschlüssen – insbesondere für Batteriespeicher (aktuell Anfragen für 6.000 MW) und Rechenzentren (1.800 MW) – zu bewältigen.
5. Speicher als Schlüssel für die Energiewende: Technologie, Wirtschaftlichkeit und Geschäftsmodelle
Großspeicher: Erlösmöglichkeiten und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Klara Maggauer (AIT Austrian Institute of Technology) analysierte in ihrem Vortrag „Geschäftsmodelle für Großspeicher“ die Erlösquellen für Batteriespeicher und deren zukünftige Entwicklung.
Maggauer betonte, dass die Wirtschaftlichkeit von Speichern stark von unterschiedlichen Faktoren abhängt. Ein intelligenter Betriebsalgorithmus ist entscheidend.
6. APG: Regelreserven und Stromausgleich Österreich
Martin Ursprung, Austrian Power Grid (APG) präsentierte zu Regelreserven und Speichern die aktuellen Herausforderungen im österreichischen Stromsystem.
7. V2G/V2H: Das Elektroauto als mobiler Speicher
Kurt Leonhartsberger (IMPEECT) präsentierte unter dem Titel „V2H/V2G im Realbetrieb“ die Möglichkeiten und Herausforderungen bidirektionalen Ladens. Technisch ist Vehicle-to-Grid (V2G) bereits möglich.
Das Potenzial ist enorm, auch wenn offene Details aufgezeigt wurden. In Österreich gibt es die V2G Alliance Austria mit Mitgliedern aus Energie-, Automobil- und Technologiebranche.
Fazit: Flexibilität als Treiber der Energiewende
Das Seminar zeigte: Flexibilitäten sind eine Notwendigkeit, um die Energiewende in Österreich erfolgreich zu gestalten. Die kombinierte Nutzung von Speichern, flexiblen Netzanschlüssen, V2G und marktgestützten Mechanismen bietet enorme Potenziale für:
- Netzstabilität (Vermeidung von Engpässen und Blackouts).
- Kosteneffizienz (Reduktion von Netzausbaukosten durch intelligente Steuerung).
- Marktintegration (neue Geschäftsmodelle für Prosumer, Aggregatoren und Speicherbetreiber).
- Klimaneutralität (Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien).
Über die Veranstaltung
Das Seminar „Flexibilitäten im Strommarkt“ wurde von connesso energy GmbH und Energie Events mit Unterstützung der Kooperationspartner Kleinwasserkraft Österreich und Bundesverband Photovoltaic Austria organisiert. Die Veranstaltung richtete sich insbesondere an Anlagenbetreiber, Netzbetreiber, Energieversorger und Speicherbetreiber und war bereits seit Wochen ausgebucht.
Die nächsten Energie-Events-Seminare sind
- 3. Juni 2026: Faktor Netzanschluss – Konzeption und technische Planung
- 7. Oktober 2026: RKE/NIS-2 – inkl. Staatsschutz
- 14. Oktober 2026: Anlagengenehmigung
- 18. November 2026: Finanzierung Erneuerbare Energie Projekte